Gibt es einen EPa-Engpass?

Kurz gesagt: Ja. Aber was bedeutet das? Ist das Ende in Sicht? Keine Sorge, so weit ist es noch nicht gekommen. Die Bundeswehr verhungert nicht innerhalb der nächsten zwei Tage. Fest steht allerdings: Die Einmannpackungen (EPa) sind aktuell nur „eingeschränkt“ lieferbar. Für den einzelnen Soldaten ist das unter Umständen ärgerlich genug.

Verpflegung: Im Prinzip schon…

Wie das Blog augengeradeaus.net berichtet, können alle „Einsätze, einsatzgleichen Verpflichtungen sowie Zertifizierungsübungen“ mit den auch außerhalb der Bundeswehr bekannten und (mehr oder weniger) beliebten Einmannpackungen versorgt werden. Im Klartext: Weder Einsatzkräfte noch Soldaten in der Grundausbildung gehen leer aus.

Ob sich der Soldat oder die Soldatin auf einer weniger wichtigen Übung über ein eigenes EPa freuen kann, scheint aktuell Glückssache zu sein.

EPa-Inhalte und das Vergaberecht

Die Produkte, die in der Feldverpflegung der deutschen Armee enthalten sind (allein 27 Lebensmittel), kann man nicht bei jedem beliebigen Händler kaufen.

Vor Vergabe eines Auftrags prüft die Bundeswehr mögliche Anbieter sorgfältig. Teils müssen die Verträge außerdem europaweit ausgeschrieben werden, heißt es im Fachblog des Deutschen Vergabenetzwerks. Kann einer der Vertragshändler nicht liefern, wird ein neuer Partner gesucht und der Vergabeprozess beginnt erneut.

Bis der Instant-Tee und das Kartoffelgulasch ihren Weg ins EPa gefunden haben, geht also Zeit ins Land. Nachschub lässt sich daher weder aus dem Ärmel schütteln noch im nächsten Aldi holen.

Ganz schön viel drin: EPa
Mangelware: EPa (Schokolade fehlt auf der Abblidung).
©Tobias Wolter / CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Alternative Quellen

Im zivilen Handel sind die EPas zum Veröffentlichungszeitraum dieses Artikels weiterhin erhältlich – wie lange das so bleibt hängt von den Lagerbeständen der einzelnen Händler ab.

Wie viele Bundis werden in den nächsten Wochen notgedrungen ihre Rationen privat beschaffen? Hoffentlich hält sich die Zahl in Grenzen.

Fest steht: Die Bundeswehr wird improvisieren müssen, damit auch auf den Truppenübungsplätzen für Verpflegung gesorgt ist. Ohne eine solche wird nämlich bekanntlich weder gekämpft, noch marschiert.